Was gibt es Neues aus Berlin? - Saskia Esken, MdB und Ex- Co- SPD Bundesvorsitzende berichtet und stellt sich den Fragen.

Wer hätte das gedacht? Die SPD Ortsvereine Backnang, Waiblingen und Winnenden laden ein zur Gesprächsrunde mit Saskia Esken und das Haus ist voll.
Der Ausgang der Wahl in Sachsen -Anhalt und wie es weitergeht im Land bewegt die Menschen.
Zwei Punkte waren Andreas Herfurth, SPD Winnenden bei seiner Begrüßung wichtig.
1.Wir dürfen uns nicht einreden lassen, dass in Deutschland alles schlecht wäre. Das ist nicht der Fall. Es läuft manches nicht rund. Es gehört vieles verbessert.
Aber: wir haben eine funktionierende Demokratie, wir können unsere Meinung frei sagen. In vielen Ländern sieht das ganz anders aus. Und: Wir sind - im Vergleich zu vielen Ländern der Welt – ein wohlhabendes Land.
2. Wir wollen ein tolerantes, weltoffenes Leben in Deutschland und Europa führen. Dieses Recht ist im Übrigen im Grundgesetz verankert. Wir werden uns das von der AfD nicht nehmen lassen. Und: Nicht alle WählerInnen der AfD sind rechtsradikal. Wir sind daher gut beraten, Brücken zu bauen und diese auch zu gehen, um die weitere Spaltung der Gesellschaft zu verhindern.

Saskia Esken ist in Ihrem Impulsreferat auf zwei wesentliche Punkte eingegangen. Was macht die AfD so erfolgreich und für was muss die SPD stehen?
Die SPD muss mit dafür sorgen, dass der Alltag der Menschen bezahlbar ist, und dass demokratische Teilhabe in Schule, Betrieb und Politik praktiziert wird. Denn Teilhabe stärkt den Zusammenhalt und beugt Ohnmachtsgefühlen der Art vor, die da oben machen sowie so was sie wollen. Die SPD will einen starken Staat, der für eine zuverlässige Daseinsvorsorge und Sicherheit sorgt. Ob die Demokratie „liefert“, zeigt sich vor allem in den Kommunen - sie müssen finanziell besser ausgestattet werden. Wir brauchen eine gerechtere Verteilung von Einkommen, Vermögen und Chancen. Da wurde in den letzten Jahrzehnten – leider - eher Rückschritte als Fortschritte gemacht.
Der Wahlausgang in Sachsen-Anhalt ist ein Schock, aber Schockstarre hilft nicht. Man sagt, Geschichte würde sich nicht wiederholen. Aber weiß das die Geschichte? Damals wie heute gibt es konservative Kräfte sowie das Kapital, die die Sozialdemokratie bekämpfen und den Fortschritt zurückdrehen wollen. Sie malen den drohenden Niedergang an die Wand und daraus folgt Sparpolitik, Sozialabbau, Begrenzung von Bürgerrechten. Die AfD profitiert von diesen angeblichen Katastrophen, sie beschwören eine „Gemeinschaft“ und sie arbeiten mit einem Feindbild. Damals waren es die Juden, heute sind Flüchtlinge und Ausländer. Die AfD will nicht regieren. Die AfD will herrschen.


