
Die vielen verschiedenen Traueranzeigen in der Zeitung, die beiden Nachrufe, in der Zeitung und im Blickpunkt, zeigen, Heinz war sehr vielfältig engagiert und dies - im Grunde genommen - bis an sein Lebensende.
Was hat ihn angetrieben?
Meine Antwort: Er hat das, was er getan hat sehr gerne getan.
Er hat die Aufgaben, die Verantwortung nicht als Last empfunden, sondern Freude daran gehabt und Stolz empfunden über das dann Erreichte. Er hat gerne mitgestaltet und mitentschieden.
Heinz war nicht der Mann der großen Worte. Er war ein Mann der Tat. Er war Maurerpolier und damit Praktiker und er dachte so auch pragmatisch. Auch wenn er nicht im Rampenlicht der Worte stand, hat er im Hintergrund viele pragmatische Ratschläge erteilt.
Er war von 1992 bis 2009, also 17 Jahre, im Gemeinderat. Er erhielt 2007 die Ehrennadel des Landes Baden Württemberg und 2009 die Bürgermedaille der Stadt Winnenden in Silber.
Zwei besondere Ereignisse, die in seine Gemeinderat Zeit fielen, möchte ich hervorheben:
-Die Entscheidung: Was bauen wir zuerst: die Dritte Sporthalle oder das Markthaus? Hier haben wir in der Fraktion lange diskutiert und als Mann des Sports hat er sich damals für die Dritte Sporthalle ausgesprochen. Die Fraktion, wir waren damals zu fünft, neben Heinz Marianne Lank, Renate Sanzenbacher, Uwe Voral und ich, hat sich mehrheitlich für das Markthaus ausgesprochen.
Damals war es ein hartes Ringen. Heute haben wir beides.
-Der Amoklauf in Winnenden am 11. März 2009. Der Amoklauf hat ihn zutiefst betroffen gemacht. Wir haben auch nach seinem Ausscheiden aus dem Gemeinderat das eine und andere Mal über den Amoklauf gesprochen und wie ein Mensch eine solch entsetzliche Tat begehen kann.
Seine Antwort war: Wir Menschen brauchen Gemeinschaft. Wir dürfen Menschen nicht in ihre eigene einsame Welt abgleiten lassen und er hat - auch nach seinem Ausscheiden aus dem Gemeinderat, also weitere 16 Jahre - in verantwortlicher Position, Gemeinschaft gepflegt und organisiert.
Heinz war nicht nur SPD Gemeinderat. Er war auch Mitglied der SPD.
Aktiv Wahlkampf machen, das war nicht so seine Welt. Aber immer dann, wenn wir ihn gebraucht haben, hat er geholfen. Viel wichtiger: Er hat eine der Grundideen der Sozialdemokratie, nämlich „ Manchmal tut solidarisches Handeln gut“ gelebt.
Er wird fehlen, mit seiner Lebensfreunde, seinem Rat und mit seinem Schaffen.
Erinnerungen bleiben uns. Heute schaffen wir es noch nicht so wirklich zu Lächeln. Mit der Zeit wird Lächeln, Dankbarkeit, die Trauer in den Hintergrund schieben.
Wir sagen Danke. Wir verneigen uns in Respekt und Dankbarkeit.
Andreas Herfurth 1.8.2025