Maßregelvollzug in Winnenden?

Veröffentlicht am 12.10.2022 in Kommunalpolitik

Der Gemeinderat von Winnenden hat sich mit dem Thema zweimal öffentlich befasst. Ich habe u.a. Folgendes dazu ausgeführt:

1. Jedem Mensch, der eine zweite oder dritte Chance „verdient“, sollte dies ermöglicht werden.

2. Das ZfP macht eine sehr gute Arbeit bei psychischen Erkrankungen. Die psychischen Erkrankungen nehmen zu. Die Wartelisten sind nicht unerheblich. 

3. Das Land BW hat erhebliche Kapazitätsprobleme beim Maßregelvollzug. Es wurde seitens des ZfP dargelegt, dass bestehende Einrichtungen überlastet sind.

4. In Winnenden soll eine Einrichtung für bis zu 75 Personen gebaut werden. Dies ist in meinen Augen nicht zukunftsweisend, da über kurz oder lang die Frage der möglichen Erweiterung kommen wird.

An beiden bislang vorgestellten Standorten ist eine Erweiterung m.E. nicht darstellbar.

Von daher sollte von vornherein u.E. auch über einen externen Standort nachgedacht werden. Die Konsequenz ist dann aber auch, dass die Einrichtung größer werden wird.

5. Es ist nachvollziehbar, dass die Anrainer eine solche Einrichtung nicht in ihrer unmittelbaren Wohnnähe haben möchten. Lt. Planung wird ein unmittelbarer Sichtkontakt bautechnisch unterbunden. Lt. Angabe des ZfP ist die Ausreißerquote sehr gering. Lt. ZfP liegt der Behandlungserfolg bei ca. 50 %. 

6. Winnenden hat den Amoklauf erleiden müssen. Der Amoklauf wurde von einem psychisch kranken Menschen durchgeführt. Meine persönliche Schlussfolgerung daraus ist, dass ausreichende Kapazitäten vorhanden sein sollten, um psychisch Kranke behandeln zu können.