Digitalisierung der Schule

Die Digitalisierung der Schule ist nur Mittel und darf nicht zum Ziel werden

Viele reden von der Digitalisierung der Schule, schwärmen von Home Schooling und sehen damit alle Probleme des Schullalltags gelöst. Das ist eine Illusion. Darin waren sich alle Diskutanten bei der SPD-Veranstaltung „Krisenfestes Klassenzimmer“ mit Andreas Stoch in der Aula der Jakobsschule, Winnenden, einig. Schule ist einmal Wissensvermittlung. Schule ist aber auch soziales Lernen. Soziales Lernen geht nur mit Präsenzunterricht. Soziales Lernen wird angesichts der gesellschaftlichen Verwerfungen immer wichtiger.  

Andreas Stoch, SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2021, saß auf dem Podium, neben dem Gesamtelternvertreter der Winnender Schulen Guido Kugele sowie Dominic Allerborn, GEW , Lehrer an einer Berufsschule in Stuttgart. Die Moderation der Gesprächsrunde hatte Andreas Herfurth, SPD Winnenden, inne.    

Die Digitalisierung des Unterrichts ist eine Hilfestellung und sie muss kommen. Eigentlich müsste man schon viel weiter sein. Der Erfahrungsbericht von Dominic Allerborn zeigt auf, dass die Schulen auf sich allein gestellt sind. Jede Schule muss ihr eigenes Ding machen und dabei Datenschutzfragen beachten. Die eine Schule zoomt, die andere skypt und eine weitere moodelt.  Es ist nicht nachvollziehbar, dass es in Baden-Württemberg noch keine eigene Kommunikationsplattform für die Schulen gibt. Es ist weiter nicht nachvollziehbar – Thema Datenschutz, dass in Deutschland bzw. Europa noch kein Server steht und das trotz jahrelanger Diskussion. 

Andreas Stoch sieht die Bildungshoheit der Länder. Dessen ungeachtet plädiert er für ein abgestimmtes Vorgehen aller Bundesländer in dieser Frage.

Für Präsenzunterricht bedarf es Lehrer. LehrerInnen sind insbesondere an den Grundschulen und Gemeinschaftsschulen Mangelware. Es gibt gegenwärtig einen Überschuss an GymnasiallehrerInnen. Wir haben Corona-Krise an den Schulen. Warum  – so Andreas Stoch – macht das Kultusministerium keine Anstalten, diese ausgebildeten LehrerInnen schulübergreifend einzusetzen? 

In diesem Zusammenhang wurde der Mangel an LehrerInnen thematisiert. Andreas Stoch selbstkritisch.  Die LehrerInnenausbildung dauert ca. 6 Jahre. Das bedeutet, man benötigt einen Planungsvorlauf von 5 bis 10 Jahren. Vor 5 Jahren, als er Kultusminister war, besagte die Prognose, dass die Zahl der SchülerInnen um 20.000 sinken würde. Konsequenterweise forderte man damals den Abbau von LehrerInnenstellen. Es kam – bekanntermaßen - nun anders und die Lehrer fehlen und die Lücke wird noch größer werden, weil die in Ruhestand gehenden LehrerInnen durch neu ausgebildete LehrerInnen  nicht ausgeglichen werden.  

Corona hat die Kluft zwischen starken und schwachen SchülerInnen vergrößert. Das Zur-Verfügung-stellen von Laptops hilft den schwachen Schülern nicht. Das ist eine weitere Illusion. Denn es fehlt zuhause teilweise an einem Internetanschluss und an einem Tisch. Und: Die schwachen Schüler brauchen Coaching und Begleitung. Wer macht das Coaching? In manchen Kommunen haben sich Ehrenamtliche zusammengefunden, die im Verbund mit der Schule, schwache SchülerInnen unterstützen. 

Die Winnender Schulen - so Guido Kugele - haben sich sehr bemüht, die schwierige Zeit zu meistern. Wenn er in die Elternschaft hineinhört, dann ist das auch ganz gut gelungen. Sybille Mack, zuständige Amtsleiterin und SPD-Landtagskandidatin im Wahlkreis Waiblingen, führte dazu aus, dass die Vorgaben seitens des Landes nicht immer stringent waren und die Stadt als Schulträger die Schulen sehr unterstützt hat. 

Fazit: Es war eine Veranstaltung unter Corona-Bedingungen. Davon ließen sich die Diskutanten nicht beeindrucken und es wurde leidenschaftlich, dabei sachlich diskutiert. Man sieht: Corona ist kein Grund, nicht Politik zu machen.

Mehr Informationen gibt es bei der SPD-Landtagsfraktion: https://www.spd-landtag-bw.de/krisenfestes-klassenzimmer/

 

 

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