Header-Bild

Herzlich willkommen bei der SPD Winnenden!

Pflege: Interview mit Hilde Mattheis

Im Gespräch mit der pflegepolitischen Sprecherin der SPD Bundestagsfraktion

Hilde Mattheis, die pflegepolitische Sprecherin der SPD Bundestagsfraktion, war am 31. Juli 2013 zu einem Diskussionsabend in Winnenden. Wir haben aus diesem Anlass ein Interview mit ihr geführt.

Frau Mattheis, Sie sind von Hause aus Hauptschullehrerin. Warum engagieren Sie sich für das Thema Pflege?

Gute Pflege ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Deswegen ist mir das Thema sehr wichtig. Es darf nicht vom Geldbeutel abhängen, ob man in Würde altern darf, sondern es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sich um Menschen zu kümmern, die im Alltag Hilfe brauchen. Pflegebedürftige müssen an der Gesellschaft teilhaben können. Auch im Bildungsbereich spielt Teilhabe eine wichtige Rolle. Der Grundgedanke ist deshalb gar nicht so unterschiedlich.

Pflege in den vertrauten wir Wänden oder Pflege im Heim – wie sehen Sie diesen Spagat?

Umfragen zeigen, dass die meisten Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben wollen. Deswegen wollen wir als SPD dafür sorgen, dass die Voraussetzungen geschaffen werden, um diesem Wunsch zu entsprechen. Dazu brauchen wir eine gute Pflegeberatung, den Ausbau der Pflege-Infrastruktur, die Förderung von Wohnungsumbau sowie unterstützende Assistenz-Technik für Pflegebedürftige. Aber auch die Angehörigen müssen unterstützt werden, damit Pflegebedürftige länger in ihrer Umgebung bleiben können.

In Deutschland gibt es schon viele Pflegekräfte aus Osteuropa. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Nach Schätzungen kümmern sich in Deutschland rund 100.000 bis 150.000 Osteuropäerinnen um pflegebedürftige Menschen. Oft verdienen sie dabei sehr wenig und haben keinerlei rechtliche Absicherung. Das darf nicht sein. Ob ausländische oder deutsche Pflegefachkräfte: Es müssen gute Arbeitsbedingungen und eine leistungsgerechte Bezahlung sichergestellt werden.

125.000 neue Stellen in der Pflege will die SPD, um damit die „Minutenpflege“ abzuschaffen; dazu bessere Bezahlung für Pflegekräfte. Das wäre für Pflegebedürftige und ihre Pfleger sicher ein Segen. Aber wie soll das bezahlt werden?

Wir wollen nicht nur in der Krankenversicherung, sondern auch in der Pflege eine Bürgerversicherung einführen. Damit schaffen wir eine gerechte Finanzierung, an der sich alle entsprechend ihrer finanziellen Möglichkeiten beteiligen. Damit können wir Pflege und Krankenversicherung langfristig auf eine gute finanzielle Basis stellen. Aber natürlich wird gute Pflege auch in Zukunft viel kosten. Wir müssen uns darauf einstellen, dafür mehr Geld in die Hand zu nehmen.

Die SPD will 700 Millionen Euro in altersgerechte Städte und Gemeinden investieren. Was kann man sich in einer Stadt wie Winnenden darunter vorstellen?

Als SPD wollen wir die Bundesmittel für die Städtebauförderung auf 700 Millionen Euro pro Jahr anheben. Zudem wollen wir das von der Bundesregierung gestrichene Programm "Altersgerecht umbauen" wieder mit 100 Millionen Euro Bundesmitteln jährlich ausstatten. Das bedeutet konkret für die Kommunen, dass der barrierefreie Umbau von Wohnungen sowohl durch zinsgünstige Kredite als auch durch Zuschüsse gefördert wird. Besonders wichtig ist mir die Pflegeberatung. Der Pflegestützpunkt im Rems-Murr Kreis ist in Waiblingen. Damit beispielsweise auch Menschen in Winnenden versorgt werden können, wollen wir als SPD die aufsuchende Beratung ausbauen.

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird deutlich zunehmen, weil wir immer älter werden. Wie sieht die Pflegesituation in 10 Jahren aus?

Wir haben in 10 Jahren mehr ältere Menschen, aber das bedeutet nicht automatisch, dass damit auch mehr Menschen pflegebedürftig werden. Wenn wir die Menschen besser versorgen, können wir Pflegebedürftigkeit verzögern oder vermeiden. Deswegen gibt es unterschiedliche Prognosen. Das statistische Bundesamt rechnet für 2020 mit etwa 2,9 Millionen Pflegebedürftigen. Für das Jahr 2030 wird mit etwa 3,4 Millionen Pflegebedürftigen gerechnet. Wichtig ist, dass wie die Pflegeversicherung jetzt weiterentwickeln. Die Bundesregierung hat dies nicht in Angriff genommen.

Wenn berufstätige Kinder ihre Eltern pflegen wollen, was sehen Sie für Möglichkeiten, diese Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu verbessern?

Pflegende Angehörige tragen oftmals die Hauptlast der Pflege. Als SPD wollen wir die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf stärken. Wir wollen, dass pflegende Angehörige eine flexible Pflegezeit mit Lohnersatzleistung in Anspruch nehmen können, auf die sie auch einen gesetzlichen Anspruch haben. Zudem wollen wir bei plötzlich eintretender Pflegebedürftigkeit eine Freistellungsmöglichkeit mit Lohnersatz von 10 Tagen äquivalent zum Kinderkrankengeld. Auch wollen wir eine Sterbebegleitung ermöglichen.

Was hat die Merkel-Regierung in den letzten vier Jahren für die Pflegebedürftigen getan?

Vor allem Symbolpolitik. Zum Beispiel ein Familienpflegezeitgesetz, deren Regelungen kaum jemand in Anspruch nimmt, weil das Gesetz ohne Lohnersatz und ohne gesetzlichen Anspruch nichts nützt. Für die Familienpflegezeit wurden bisher nur etwa 200 Anträge gestellt. Eine große Pflegereform, die die Strukturen für die Zukunft schafft, hat die Regierung nicht in Angriff genommen. Trotz der großen Herausforderungen vor denen wir in der Pflege stehen. Die SPD hat hierfür längst ein umfassendes Konzept beschlossen.

Und was nehmen Sie aus Winnenden, aus dem Gespräch im Haus im Schelmenholz zum Thema Pflege mit?

Ich nehme mit, dass die SPD Rems-Murr einen Wahlkreiskandidaten hat, der sich für Gesundheit und Pflege stark macht. Das freut mich sehr.

Die Powerpoint-Präsentation von Hilde Mattheis vom 31. Juli 2013 in Winnenden finden Sie auf unserer Seite Downloads unter "Vermischtes".

 
 

Die nächsten Termine

Alle Termine öffnen.

21.10.2017, 13:00 Uhr OV Fellbach: Exkursion in „Biosphärengebiet Schwäbisch Alb“
Nachhaltigkeit mal praktisch: Exkursion in „Biosphärengebiet Schwäbisch Alb“ mit Prof. Dr …

22.10.2017, 17:00 Uhr Jahreshauptversammlung OV Welzheimer Wald
mit Gernot Gruber  

10.11.2017, 19:30 Uhr Kreiskonferenz (Mitgliederversammlung)
Auf der Kreiskonferenz soll die bittere Niederlage bei der Bundestagswahl aufgearbeitet werden.

Alle Termine

 

Das SPD-Regierungsprogramm

SPD-Regierungsprogramm 2017-2021

Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit: Zukunft sichern, Europa stärken

 

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden
 

Besuchen Sie uns auf Facebook

Besuchen Sie uns auch auf Facebook und
auf Youtube.

Sagen Sie uns Ihre Meinung: dialog@spd-Winnenden.de

 

Winnenden voran bringen

Unsere Wünsche, Ziele und Visionen, Träume für Winnenden als PDF zum Nachlesen, Abspeichern, Ausdrucken, Weiterleiten ...
zur Langfassung (2,2 MB)
zur Kurzfassung (253 KB)